Edinburgh – die mittelalterliche Hauptstadt Schottlands. Ein Ort voller Historie und spannender Mythen. Über die düsteren unterirdischen Gassen der Altstadt, die jahrhundertelang zugemauert waren, erzählt man sich noch heute seltsame Geschichten. Manche von ihnen wurden schon vor ewiger Zeit in dunklen Kammern niedergeschrieben

Ein wenig mulmig war mir schon, als wir gruselig unterirdischen Gewölben folgten.
Diese sogenannten Edinburgh Vaults dienten im Mittelalter als Unterschlupf für Arme, Bürger oder Kriminelle, die das Tageslicht fürchteten… Nur das hohle Auftreten unser Schritte war zu hören. Oft quietschte ein verschlossenes Eisentor beim Öffnen, fiel hinter mir wieder schwer zurück ins Schloss.

Ursprünglich entstanden sie durch Platzmangel in der Stadt. Deswegen wurden die Bögen der South Bridge, die zwischen der High Street und der Chambers Street liegt, ausgemauert, um anschließend Kammern zu schaffen. Abgesehen davon, dass hier auch kaum Wasser oder Licht vorhanden war, roch es immer nach modrig, feuchter Luft.

In manchem Pub erzählt man sich, dass in dunklen Ecken sogar Leichen seziert wurden, die seinerzeit von Serienkillern an die medizinische Fakultät verkauft worden waren. Krankheiten und Kriminalität breiteten sich aus, bis die Eingänge der Vaults schließlich – aufgrund verängstigter Bürger – mit Tonnen von Schutt verschlossen wurden. Erst Anfang der 90er Jahre grub man die Gewölbe wieder frei.

Seit den Ausgrabungen scheint man immer wieder unerklärliche Stimmen zu hören. Wie zum Beispiel vom sogenannten „Watcher“, der angeblich die Besucher aus dunklen Ecken beobachtet. Dann gibt es noch „Mr. Boots“, einen Mörder, der seine eigene Frau umbrachte, um dann ihren toten Körper in sein „Gemach“ zu verschleppen. Noch heute soll er darüber wachen…!  „Gnade dem, der Mr. Boots und seiner Frau zu nahe kommt: er sei auf ewig verflucht!“ wurden wir von unserem Guide gewarnt…

Auch ich habe mich bei diesem Gedanken nicht besonders wohl gefühlt. So beeilte ich mich, unserem Guide auf Schritt und Tritt zu folgen. Aber mal ehrlich – bei solchen Geschichten: wem würde es da behagen, zurückzubleiben …? Könnte doch einer dieser „lebenden Toten“ plötzlich hinter einem stehen und niemand würde je erfahren, was dann geschehen wäre..? Eine schaurige Vorstellung!!

Als ich durch die von schwachem Kerzenlicht beleuchteten Gänge stolperte, hatte ich manchmal das Gefühl, einen Schatten vorbeihuschen zu sehen. (Ich hoffe, ich habe mir das damals nur eingebildet!Zwischendurch schreckte ich sogar hoch, da mir vor kam, leise Schritte zu vernehmen, die durch kleine Pfützen wateten. Sogar das flehende Wimmern eines Kindes meinte ich zu hören…

Als wir schließlich endlich aus dem Gewölbe rauskamen, war ich richtig froh das Tageslicht wieder zu sehen. Zurück blieb ein gruseliges Erlebnis samt Erinnerung an die dunkle Vergangenheit der Edinburgh Vaults

Tipps:
Na, neugierig geworden? 😉 Wer selbst gerne einmal so eine schaurige Tour unternehmen möchte, dem kann ich „Mercat Tours“ (www.mercattours.com)  empfehlen. Sie bieten unterschiedliche Touren an und sind auf solche Gruselführungen spezialisiert. Dabei erfährt man viel über die dunklen Seiten dieser Stadt…

-JasminOnTour

Kategorien: Länder

4 Kommentare

Vera · 3. August 2019 um 10:47

Einfach großartig und toll erzählt! Supi!

Birgit · 4. August 2019 um 19:46

Liebe Jamin,
deine lebhafte Schilderung macht Lust auf Edinburgh. Obwohl das Wetter in Schottland nicht für Sonnenschein bekannt ist…..

    JasminOnTour · 6. August 2019 um 16:52

    Danke! Aber unterirdisch kann einem das Wetter egal sein… 😉
    Lg Jasmin

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