In Montana/USA findet jedes Jahr das legendäre „CROW-Fair“ statt. Dieses „Powwow“ ist das allergrößte nordamerikanische Indianerfestival. Es findet immer im Sommer – im August – statt. Das Wort „Powwow“ stammt aus der Sprache der „Algonquin“ und bedeutet auch „Ratsversammlung„. Lange Zeit wurden von der US-Regierung diese „heidnischen Tänze“ der Urbevölkerung verboten.

5 Tage waren wir als Besucher der Familie „Old Elk“ eingeladen, ihr Fest live mitzuerleben. Unser Wohnmobil stand inmitten von über 1.500 Tipis (Zelten).

Als die Sonne aufging (also ca. um 6 Uhr) weckte uns allmorgendlich eine Lautsprecherstimme, um allen einen guten Morgen und einen schönen Tag zu wünschen. Nun kam Leben ins Dorf: Die Indianer standen auf um Tee über dem Feuer zuzubereiten, saßen in Kleingruppen zusammen, redeten, lachten oder versorgten ihre Pferde mit Futter. Auch wir waren bereits früh auf den Beinen, um ja nicht die stattfindende „Parade“ zu versäumen…

Etwa 3000 Natives (Indianer) freuten sich darauf, ihre Trachten, ihre Pferde, und natürlich auch ihren Stamm zu präsentieren. Mehr und mehr versammelten sich am Treffpunkt. Alle Teilnehmer und Pferde waren kunstvoll mit verschiedenen Farben geschmückt. Auffallend schön waren auch die vielen bunten Perlen, die an ihren Leder-Gewändern hingen. Am Ende des „Crow-Fair“, wenn die Sieger feststanden, wurde dieser Schmuck ebenfalls bewertet…

 

Tagsüber stiegen die Temperaturen auf über 40 Grad!!!! (Für mich definitiv VIEL ZU HEISS!!) Es war fast nicht auszuhalten..!! Camp-Fires sind hier alljährlich strengstens verboten! Würde hier im trockenen Gras ein Feuer ausbrechen, wäre das ein ultra heftiges Problem, wie man sich denken kann!!

Manche Indianer vertrieben sich tagsüber die Zeit, sich in den Schatten zu legen und die Natur zu genießen. Andere wollten mehr „Action“ und machten bei dem am Nachmittag stattfindendenRodeo“ mit. Alles wurde geboten: spannende Pferderennen, das Reiten von Wildpferden, das Einfangen von Kälbern und nicht zu vergessen, das Bullenreiten. Ich persönlich fand das Pferderennen am spannendsten! Am wenigsten gefiel mir das Kälberfangen. Es war natürlich auch interessant zu sehen wie soetwas funktioniert, aber für mein damaliges Alter war mir das einfach zu brutal

Mittags, wenn der Magen knurrte, gab es immer leckeres Essen. Nun konnte man auswählen: Fleisch und Bohnen, saftige Burger, Hot Dogs oder vielleicht doch Obst, Kuchen und Kaffee?!? Schwere Entscheidung… Da ich aber immer sehr hungrig war, entschied ich mich meist für das gegrillte Fleisch mit Bohnen und einen Kartoffelsalat. Tja… richtige Wahl! Das Fleisch war geschmacklich einfach ein Traum. Saftig und ausgiebig! Lecker!!

Die Familie „Old Elk“ nahm uns auf, als gehörten wir zu ihnen. Sie erzählten uns viel über ihre Kultur und über ihre Traditionen. Besonders gerne mochte ich einen etwas älteren Indianer. „Walter Old Elk“- so hieß er, zeigte mir einmal, wie ein indianischer Schmuck gemacht wird. Ich kann nur sagen, harte Arbeit!! Respekt!! Man musste jede EINZELNE Perle eigens befestigen. Das erforderte viel Mühe und Geduld! Dabei sah es so einfach aus..!! Mit Hilfe von Walter ging es für mich natürlich viel leichter, da er das Meiste übernahm 😉 😀 Zu meiner Freude meinte Walter, wenn ich ganz viel üben würde, dürfte ich als Belohnung auch einmal beim Powwow mittanzen!! Von diesem Moment an war ich richtig aufgeregt!!

Aufgrund der stechenden Hitze begann das Powwow meist erst am späteren Nachmittag und dauerte schließlich bis tief in die Nacht hinein!!! 🙂 Es bestand aus verschiedenen Tänzen und Abläufen. Jeder Tanz hatte seine eigenen Regeln, seine ganz spezielle Schrittfolge und eine eigene Entstehungsgeschichte. Einst waren sie wichtiger Bestandteil von Zeremonien, Kriegsvorbereitungen oder Heilritualen.

Auch für Kinder gab es eigene Bewerbe mit strengen Regeln. Beim Publikumstanz konnte dann auch ich meine angelernten Schritte zeigen. Indianermädchen hatten sie mir beigebracht. Wir hatten viel Spaß dabei und mussten sehr viel lachen. Auch, weil ich noch nicht alles perfekt beherrschte…

Bis spät in die Nacht hörte man den wunderschönen, musikalischen Klang der Trommeln und Stimmen. Mir hat es super gut gefallen, so ein Powwow einmal zu erleben!

Hier noch mein besonderer Tipp: Montana liegt im Norden der USA an der Grenze zu Kanada. Meist findet das alljährliche „CROW-FAIR“ in der 3. Augustwoche statt. Hotels bzw. Unterkünfte gibt es nahe der Stadt Billings, beim Festival habe ich nirgends Schlafmöglichkeiten entdeckt. Als Tourist/Gast ist man gerne willkommen, muss aber Eintritt zahlen und sich den indianischen Richtlinien anpassen. So ist es nicht erlaubt, Alkohol zu trinken. Er wird auch nirgends angeboten bzw. ausgeschenkt! Sehr sinnvoll, wie ich finde…

 

-JasminOnTour

 

Kategorien: Länder

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