Kurzes Vorwort: Diese Geschichte ist wirklich mega lustig und ich kann nur empfehlen sie bis zum Ende zu lesen!!

Geplant war eine Kanutour im Soomaa Nationalpark. Dieses Sumpfgebiet ist für Familien bestens geeignet, die schöne Natur auf diese Weise entspannt zu erkunden. Der Nationalpark wurde am 8. Dezember 1993 zum Schutz der Moore, Sümpfe, Auen und Wälder im Südwesten von Estland gegründet. Seine vier großen Moore Kuresoo, Valgeraba, Kikepera und Öördi liegen im Einzugsgebiet des Flusses Pärnu und werden durch weitere Flüsse voneinander getrennt.

Aber nun zur Geschichte: 😉 Treffpunkt war die Kuusekäära Farm… Neben einer Handvoll Teilnehmer erwartete uns Kasper, der alle mit den Sicherheitsmaßnamen vertraut machte. Ihm gehörte auch der Kanu-Verleih. Ein Mitarbeiter führte uns zu einem kleinen Schuppen, bei dem man sich eine Schwimmweste und ein Paddel nehmen durfte.
Danach brachte uns Kasper mit dem Auto zu einem entfernt liegenden Startpunkt. Ich konnte es kaum erwarten, endlich los zu paddeln. Als wir nach einer gefühlten Ewigkeit ankamen, zeigte er uns unser Kanu.
Er fragte, ob er vielleicht ein paar Dinge erklären solle, doch meine Eltern meinten, dass dies nicht nötig sei. Sie seien schon sehr oft mit einem Kanu unterwegs gewesen. Das sollte sich noch rächen…

„Für die 12 Kilometer lange Tour benötigt man ca. 3-4 Stunden“, meinte er noch, ehe er uns alleine ließ und mit dem Auto zurück fuhr.

Die Fotoausrüstung verstauten wir in einer wasserdichten Box. Nun konnten wir starten! Wir ließen das grüne Kanu MIT DER SPITZE ins Wasser. Meine Mama und ich kletterten vorsichtig in das Boot. Zu guter Letzt musste mein Papa hinein. Wir waren übermütig, mussten total lachen – und das war der FEHLER! Das Boot wackelte mehr und mehr; neigte sich bedrohlich zur Seite. Meine Mutter und ich versuchten uns auf die andere Seite zu lehnen, um es im Gleichgewicht zu halten. Im nächsten Moment geschah es…

Das Kanu kippte um und wir platschten ins Wasser! Alles ging in Sekundenschnelle. Schwimmend versuchten wir uns ans Ufer zu retten, bevor ich überhaupt richtig begreifen konnte, was geschehen war.

Mein Vater, der als erstes an Land war, half Mama und mir aus dem Wasser. Der ganze Untergrund war schlammig. Wir waren komplett durchnässt

Ich bemerkte, dass mein Papa erschrocken sein Handy aus seiner Hemdtasche fischte. Hektisch tippte er auf dem Display herum. Keine Reaktion

Wir zogen uns alle Kleider aus, da sie völlig nass waren.Das Handy legten wir ebenfalls zum Trocknen in die Sonne.

Die ganze Zeit dachten wir darüber nach, was wir machen sollten. Wir waren in dieser Wildnis mutterseelenallein. Aber es kam noch schlimmer… Dieser Moment war einer der Peinlichsten in meinem Leben.

Eine Stunde war vergangen, als wir plötzlich herannahende Autogeräusche hörten. Mindestens 5 PKWs fuhren direkt auf uns zu! Darunter auch das Auto von Kasper, der uns hierher gebrachte hatte…

Wir bedeckten uns schnellstens mit Reserve -T-Shirts, während Mama und ich die SCHWIMMWESTEN als OBERTEIL nutzten!!!!! Die Autos parkten auf der grünen Wiese und zu allem Unglück stiegen insgesamt ca. 30 Leute aus den PKWs! Alle sahen uns verdutzt an (was nicht verwunderlich war…). Viele Kinder waren darunter. Wie peinlich! Eine der Mütter bekam tierische Angst, als sie sah, dass wir „gekentert“ waren. Wir lachten und beruhigten sie. Der Fehler war einfach, dass wir nicht seitlich eingestiegen, sondern das Kanu mit der Spitze ins Wasser gelassen hatten…

Nachdem endlich alle mit ihren Booten weg waren, beschloss Papa mit Kasper zurück zu unserem Wohnmobil zu fahren, um später mit frischer Kleidung zurück zu kommen…

Leider musste Papas Handy bei dem Vorfall daran glauben… Zum Glück war der Fotoausrüstung nichts passiert, denn dann wären mehrere Tausend Euro wortwörtlich „ins Wasser gefallen„!

Mit ca. 2 Stunden Verspätung ging es erneut los. Diesmal machten wir es aber richtig! Wir glitten ins Wasser, das (2.)Abenteuer sollte beginnen!!! 😉Das Gebiet war kaum bewohnt. Es herrschte vollkommene Stille ringsum. Nur das Eintauchen der Paddel konnte man hören. Oftmals ließen wir uns auch nur von der leichten Strömung treiben, entspannten uns gemütlich oder beobachteten einen Reiher, der uns ein großes Stück des Weges begleitete. Irgendwann flog er zurück.. Saftig, grünes Gras wuchs an der Seite des Flusses. Jede Biegung eröffnete neue, unbekannte Perspektiven… An manchen Uferstellen, wo das Gras sehr niedergetreten war, vermuteten wir Elche, die hier Wasser tranken.Es war ein warmer Sommertag, die Sonne schien hell und man konnte kaum Wolken auf dem Himmel entdecken. Manchmal mussten wir auch aufpassen, dass unser Kanu nicht in die falsche Richtung fuhr. Nämlich dann, wenn sich der Wasserweg teilte. Total lustig war auch, dass wir die meiste Zeit im Zick-Zack durch den Fluss gepaddelt sind..! 😀 😀

Nach 4 coolen Stunden tauchte das Ziel, unsere Farm, an einer Flussbiegung auf. Mein Hintern tat mir schon sooooooooo weh, da man die ganze Zeit im Boot auf einer HOLZBANK sitzen musste!! Die Kraft verließ mich langsam, und so war ich froh, als wir endlich ankamen. Wir waren ohne Pause durchgepaddelt, da uns das viel zu riskant war! Allein der Gedanke, nochmal ins Wasser fallen zu müssen… 😉

Das Anlegen klappte mühelos. Wir ließen die Ausrüstung wie vereinbart zurück und lachten noch lange über unser Missgeschick…Hoffe euch hat es mal wieder gefallen. Ich persönlich fand es sehr lustig. Falls ihr auch mal so eine Tour durch den Soomaa Nationalpark machen solltet, wünsche ich euch VIEL GLÜCK, und nehmt Reservekleidung mit!! 😉

JasminOnTour

 

Kategorien: Länder

1 Kommentar

“Reser” · 22. Oktober 2018 um 10:22

Hallo “JasminOnTour”! Finde Deine Berichte einfach großartig! Interessant, informativ, lustig, spannend und außergewöhnlich..! Jeder Beitrag ist nicht zu lang, mit tollen Bildern dokumentiert und hat das gewisse “Etwas”!! Bitte mehr davon – ein großer FAN!!!

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